CREEPS

CREEPS


von Lutz Hübner

 

CREEPS soll es heißen, das neue, hippe Lifestyle-Magazin eines TV-Musiksenders, und dafür werden noch junge Moderatorinnen gesucht. Drei haben es geschafft: Lilly, Marlen und Petra sind bis in die Endrunde des Castings vorgedrungen. Aber am Ende wird nur eine übrig bleiben – die, die sich beim gemeinsamen Dreh vor der Testkamera am geschicktesten verkauft. Angeheizt von der unsichtbaren Stimme des Studioleiters hinter der Studioscheibe versuchen die drei jungen Frauen gegeneinander Punkte zu machen. Dabei merken sie in der Hitze des Gefechts zu spät, dass Big Brother auf der anderen Seite der Kamera längst die Spielregeln geändert hat.
Mitwirkende:
Paniz Musawi
Julia Knie
Niele Heilenkötter
 
Regie: Wolfgang Benninghoven
Bühne: Sonja Zander/ Tobias Pupp
Technik: Tobias Pupp

 


Pressestimmen:

Eröffnung der Studiobühne im Combinale Theater : Lutz Hübner „Creeps“

  It gives me the creeps – so heißt es auf Englisch, wenn es jemanden eiskalt den Rücken hinunterläuft. Und wenn sich drei junge Frauen durch die Konkurrenzsituation bei der Bewerbung um einen Posten als Moderatorin zu „creeps“ = Kriechern oder Einschmeichlern machen lassen, dann geht es Zuschauern genau so, die das auf der Bühne sehen. Der nicht übersetzbare Doppelsinn hat Lutz Hübner sicher den englischen Begriff wählen lassen für sein Stück. Darin treffen sich drei junge Frauen bei einem vermeintlichen “casting“ für die Stelle als Moderatorin in einem TV- Modemagazin. Sie müssen auf Anweisungen eines nicht sichtbaren Organisators sich vorstellen, sich gegenseitig interviewen, vorsingen, vortanzen. Die Aktion des Stücks besteht aus den sich wandelnden Verhältnissen der drei  Konkurrentinnen , wie  sie versuchen, über ihre individuelle Profilierung hinaus die Mitbewerber zu demontieren, bis schließlich ihre gemeinsame Niederlage zu gegenseitigem Verständnis führt. Die differenzierten Charaktere sind wirkungsvoll besetzt : Paniz Musawi spielt die naiv-ehrliche Petra, überzeugend, wie sie sich temperamentvoll wehrt gegen den anonymen Organisator , der sie zum Werkzeug von Vorurteilen missbrauchen will. Niele Heilenköter  ist die von ökologischem Sendungsbewusstsein bestimmte Maren, die besonders im Mitspielen ohne Text, mit kritischer Mimik gefällt. Julia Knie gibt die arrogante Lilly, Tochter eines einflussreichen Vaters , eiskalt und bis zur Tätlichkeit. Der schwer zu spielende Wechsel zu der eigenständigen Person am Schluss gelingt glaubhaft. Wolfgang Benninghoven vom Combinale Ensemble ist nicht nur Regisseur, sondern auch der Sprecher des nicht sichtbaren Arrangeurs im Hintergrund mit differenziertem Tonfall . Das Stück ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, besonders für die drei Darstellerinnen, alle noch Schülerinnen und Amateure. Da ist zunächst die inhaltliche sozialkritische Aussage, die über die Rampe kommen muss. Lilly sagt einmal : „Du musst gutes Material sein.“ – und trifft damit den Kernpunkt, die Entpersönlichung von individuellen Menschen bei dem heute üblichen „casting“ in der profitorientierten Arbeitswelt. Hübners Stück ist sprachlichen Darbietung eine schwere Aufgabe, das Treffen des richtigen Tonfalls sowohl in dem aufgesetzten `denglischen` Jargon als auch in dem persönlichen Gespräch im Schlussteil gelang sowohl in der ironischen Distanzierung als auch im direkten Kontakt. Die Aufführung von „Creeps“ eröffnete die im vorigen Jahr gebaute Studiobühne im Foyer des Combinale Theaters. Sie soll vor allem jugendlichen Amateurgruppen die Möglichkeit der Präsentation bieten als „open stage“. Die mit erheblichem Arbeitsaufwand einstudierte Produktion des Stücks von Lutz Hübner erreichte sowohl in der künstlerischen als auch in der handwerklichen Darbietung ein Niveau, das sich professionellen Standards näherte, ein bemerkenswerter Erfolg für die drei Darstellerinnen wie auch den Regisseur. Die Einrichtung der Studio-Bühne wurde ermöglicht durch die Possehl-Stiftung  unter Beteiligung der Stiftung Sparkasse zu Lübeck. Ihre anwesenden Vertreter ,die Herren Dr. Pfeiffer und Rischau , die Direktorin der „Gemeinnützigen Gesellschaft“, Frau Peters- Hirt , konnten sich überzeugen , dass ihre Spenden offensichtlich den beabsichtigten Zweck erfüllen.
"Lübeckische Blätter"

„Die können es wirklich“

 

Mit dem Jugendstück „Creeps" eröffnet das Combinale seine Studiobühne      
Lübeck - Musik, Mode, Menschen: Auf diesen Standbeinen soll ein neues TV-Format ruhen. Eine junge attraktive Moderatorin wird gesucht. Drei Mädchen stehen in der Casting-Endrunde und werden aufeinander losgelassen. Das ist, kurz gefasst, der Inhalt des Stückes „Creeps" von Lutz Hübner.
Das Lübecker Combinale-Theater eröffnete damit die neue Studiobühne im Anbau. Im Studio werden die Mädchen nicht von einer Person angeleitet, bestimmte Situationen zu spielen, sondern anonym durch die Stimme aus der Technik. Läuft die MAZ? Läuft sie auch zwischendurch, wenn die Mädchen ihre wahren Gefühle heraushängen lassen? Zur Premiere war die Klasse 8 c des Katharineums gekommen. Was sie besonders beeindruckte: Drei 17-jährige Schülerinnen stehen auf der Bühne. Außer der Schulklasse waren Vorstände der Possehl-Stiftung und der Sparkassen-Stiftung anwesend. Sie haben den Anbau finanziert. Porträts von Stars, Szenenfotos von Größen des Showgeschäfts bilden den Bühnenhintergrund. Davor treffen sich Lilly, die Hamburger Promi­nententochter, Mären mit den Problemen der unteren Mittelschicht, Petra aus Schwerin mit dem Stempel „Ossi-Frau". Regisseur Wolf gang Benninghoven, der auch die Stimme aus dem Off gibt, hat mit Niele Heilenkötter (Maren), Julia Knie (Lilly) und Paniz Musawi (Petra) sehr gründlich gearbeitet. Da wird nicht Laienspiel, sondern richtiges Theater geboten. „Die drei sind ganz große Klasse." „Die können es wirklich" - das war die einhellige Meinung der Schüler, die sich nach der Aufführung eilig empfahlen, um noch die zweite Halbzeit Portugal gegen die Niederlande mitzubekommen.
Lübecker Nachrichten



Das besondere an dieser Produktion ist, daß echte Jugendliche Jugendliche spielen. Die Akteurinnen sind zwischen 16 und 18 Jahren alt und Schülerinnen in Lübeck.  Die Regie, das Bühnenbild, die Technik und die Öffentlichkeitsarbeit sind Profisache des Theater Combinale. Gespielt wir in der neuen Spielstätte des Theater Combinale -im Foyer, das durch die erhebliche Unterstützung der Possehl-Stiftung und der Sparkassenstiftung neu gestaltet wurde.