ELLING

ELLING


von Peter Naess (nach Ingvar Ambjörnsen: Blutsbrüder)

 

Da gibt es die einen, für die ist eine Expedition zum Südpol etwas fast Alltägliches . . . Und dann gibt es die anderen, für die ist schon der Gang zum Klo quer durchs Restaurant ein großes Abenteuer. Von diesen anderen erzählt das Theaterstück ELLING. Die beiden Helden, Elling und Kjell Bjarne, haben sich in der psychiatrischen Einrichtung von Brøynes kennen gelernt. Nach zwei Jahren ist es plötzlich soweit: Elling und Kjell Bjarne sollen ins so genannte “reale” Leben entlassen werden! In Oslo bekommen sie eine Wohnung und den Sozialarbeiter Frank zur Seite gestellt, der ihnen mühsam ein paar Dinge des täglichen Lebens beibringt – telefonieren, einkaufen, ausgehen – und der klare Absprachen verlangt. Dies ist der Beginn einer liebenswert-skurrilen Geschichte über das große Abenteuer 'Normalität'.
Elling: Wolfgang Beninghoven
Kjell Bjarne: Ulli Haussmann
Frank Asli: Knut Friedrich
Reidun/Kellnerin/Gunn:
Lucie Völcker
Regie: Stephanie Kunz
Bühne: Matthias Moebius
Technik: Marina Siemens

Pressestimmen:

"Wolfgang Benninghoven (Elling) und Ulli Haussmann (Kjell Bjarne) treffen in der Darstellung der bei­den Hauptfiguren immer den richtigen Ton. Subtil entwickeln sie die von gegenseitiger Abhängigkeit und Zuneigung geprägte Beziehung der beiden Charaktere. Man muss diese beiden verschrobenen Helden einfach ins Herz schließen. Auch Knut Friedrich als schmieriger So­zialarbeiter Frank und Lucy Völcker, die sämtliche Frau­enrollen übernimmt, über­zeugen. Die Regisseurin Ste­phanie Kunz hat das Stück temporeich auf die Bühne ge­bracht. Ohne Brüche wech­selt die Inszenierung zwi­schen urkomischen und me­lancholischen Szenen. Der skurrile Humor des Stücks geht nie auf Kosten der Hauptfiguren. Das ist so­wohl der Regisseurin als auch den Hauptdarstellern zu verdanken.
Vom Publikum gab es viel Applaus für einen mitreißen­den Theaterabend. Voll des Lobes war auch Ingvar Ambjörnsen, der Autor der „Elling“-Romane. „Ich habe schon viele Inszenierungen des Stücks gesehen. Diese war wirklich toll“, so der in Hamburg lebende Norweger, der zur Premiere nach Lübeck gekommen war."
Lübecker Nachrichten

"In der Regie von Ste­phanie Kunz begeisterte Elling mit Wolfgang Benninghoven und Ulli Haussmann als leicht aus der Spur geratenenes, ungleiches Freundespaar. Bei aller Schrulligkeit werden die Figuren in der Lübecker Inszenierung nicht lächerlich gemacht. Nur deshalb ist es so wunderbar komisch, wenn Elling seine Gedichte in Sauerkraut-Verpackungen unters Volk schmuggeln will oder Kjell Bjarne sich für sein erstes Rendezvous eine saubere Unterhose von dem Freund leihen muss. Wolfgang Benninghoven als eloquentes Nervenbündel Elling und Ulli Haussmann als unterbelichteter, aber praktisch veranlagter Klotz Kjell Bjarne füllen ihre Rollen hervorragend aus."
Kieler Nachrichten

„Wolfgang Benninghoven bietet eine sehr differenzierte Darstellung des intelligenten, zur Lebensuntüchtigkeit verzogenen Muttersöhnchens Elling, in der sprachlichen Gestaltung, die ein Register von sentimentalen, theatralischen, verängstigten, dann in der Ansprache an das Publikum- sachlich kommentierenden Tönen im jeweils richtigen Moment anwendet. Ähnliches gilt für die Variationen in Mimik und Bewegung, wobei das stumme Spiel besonders beeindruckt.
Ulli Haussmann spielt überzeugend den Kjell Bjarne. Er wirkt simpel und zugleich sympathisch, seine naive Mimik steht in wirkungsvollem Gegensatz zu Ellings intellektuellen Tiraden, seine Aktionen sind oft zum Lachen, aber er wirkt keinesfalls lächerlich.Stephanie Kunz, ständige Gast-Regisseurin beim Combinale, gelingt mit ihrer Inszenierung ein sehr dichtes Spiel, arbeitet ohne zu übertreiben, den Gegensatz zwischen der Realität des Umfeldes und dem seelischen Zustand der beiden Hauptfiguren feinfühlig heraus.
Die Komödie „Elling“ in dieser Inszenierung ist kein Jux über zwei irre Typen, die soeben aus der „Klapse“ entlassen wurden, es ist eine humorvolle Begegnung mit Menschen unserer Zeit, die zu Lachen und Empathie führt und vielleicht auch ein wenig zu der Einsicht, dass Kjell Bjarne uns Elling zu unserem Alltag gehören.“
Lübeckische Blätter
 
"Die unterschiedlichen sprachlichen Ebenen sowie auch die ausdrucksstarken Variationen aus Mimik und Bewegung belegen eine hochklassige schauspielerische Leistung, die beeindruckt und begeistert (...) dann entstehen Sternszenen zwischen Komik und Melancholie, die unvergessen bleiben.
Mit viel Aufmerksamkeit für das Detail, einfühlsam und ohne jede Spur von Lächerlichkeit oder Überheblichkeit werden hier zielsicher die Pointen gesetzt."
Ultimo