Cirqles 3 »Wandel«
Drehen Kreiseln Wirbeln
Vor acht Jahren liefen Cirqles 1 »Geist« und Cirqles 2 »Zeit« im St. Annen-Museum und in den Gollan-Hallen und begeisterten das Publikum nachhaltig. Mit Cirqles 3 »Wandel« schließt sich der Kreis. Wir werden uns erneut auf wunder-volle Weise mit den Mitteln der Musik, des Tanzes, der Jonglage, des Schauspiels, der Poesie und des neuen Zirkus den Transformationen und Herausforderungen dieser Welt annähern und dabei den Spielort St. Petri ganz neu erforschen. Gegeben sind 21 internationale Künstler:innen, 273 Bälle, ein Akkordeon, ein Gesangsensemble, Schlagwerk und der leere Raum. Wir erfüllen St. Petri mit Bildern, Klängen und Geschichten, die Zuschauer:innen werden für die Zeit der Performance Teil des Bildes. Manches bleibt unsichtbar, vieles erscheint in einem neuen Licht.
EINE TRANSFORMATIVE KOOPERATION von und mit Critical Mess, Tanz Ort Nord, Brita Rehsöft-Trio, Felix Kroll, Benjamin Lütke, Cristiana Casadio, Ea und Nicolai Paravicini, L-Christian Glockzin, Rebecca Indermaur, Stephanie Viola Dalski, Robin Detje, St. Petri und dem Combinale-Team
LICHTDESIGN UND PROJEKTION Migo Eichholz und Tobias Pupp
CHOREOGRAPHIEN Stefan Sing und Cristiana Casadio (Jonglage und Tanz), Shiao Ing Oei (Tanz)
KOMPOSITIONEN Felix Kroll und Brita Resöft
KÜNSTLERISCHE LEITUNG Sigrid Dettlof
Die St. Petri-Kirche ist unbestuhlt und nicht barrierefrei (WC). Es wird Sitzgelegenheiten geben. Einlass erst mit Veranstaltungsbeginn. Melden Sie sich aber bitte vorher an der Abendkasse.
Karten auch an der Abendkasse auf dem Petrikirchhof (Bar- und Kartenzahlung möglich)
Pressestimmen
„Cirqles“ in der Petrikirche: Eine Performance der Extraklasse
„Wandeltheater“ feierte Premiere in der Petrikirche – Aufführung verbindet Tanz, Jonglage, Musik
„Cirqles“ in der Petrikirche: Eine Performance der Extraklasse
„Wandeltheater“ feierte Premiere in der Petrikirche – Aufführung verbindet Tanz, Jonglage, Musik Sabine Spatzek in den Lübecker Nachrichten vom 28.6.2026
Jonglage, Seiltanz und Akrobatik, Tanz, Schauspiel und Musik – wo sonst kommen all diese Kunstformen auf Augenhöhe und derart sehenswerte Weise zusammen? Und dann auch noch an einem so besonderen Ort wie der mehr als 850 Jahre alten Petrikirche?
„Cirqles 3 – Wandel“ startet draußen auf dem Kirchhof: Ea Paravicini balanciert auf dem Drahtseil – und auf den schmalen roten Holzstäben, die ihr Mann Nicolai ihr vor die Füße legt, bevor beide die Stäbe zu erstaunlichen, sich selbst tragenden Konstruktionen verbauen.
Für Szene 2 begibt sich das Publikum einige Meter weiter ans Südportal der Kirche: Auf einem Container stehend verkünden Ulli Haussmann, Knut Peters und Sebastian Wirnitzer vom Theater Combinale mit einer Text-Collage von Peter Licht, „was hilft“. Die Liste ist ebenso lang wie lustig, von Autobahn und Amen sagen bis Zündschlüssel und Zuversicht.
Zuschauer bewegen sich frei im Kirchenraum
Danach geht es ins (angenehm kühle) Innere der Kirche – und hier entfaltet die von Theatermacherin Sigrid Dettlof als künstlerischer Leiterin verantwortete Inszenierung ihren ganzen Zauber. Mehr als 20 Künstlerinnen und Künstler gleichzeitig zeigen sich in der „Ouverture“ an verschiedenen Stellen des Kirchenraums in „kleinen Metamorphosen“: tanzend (Ensemble TanzOrtNord), jonglierend (Ensemble Critical Mess), singend (Brita Rehsöft Trio), musizierend (Felix Kroll, Benjamin Lütke), rezitierend (Theater Combinale und Gäste).
In den folgenden rund 60 Minuten werden die Zuschauenden zwar zu Orten wie Altarraum, Taufbecken, „Tanzteppich“ oder Mittelpodest hingeleitet, können sich aber grundsätzlich frei in der Kirche bewegen. Es ist ein Konzept, das sich so auch bei der nächtlichen Veranstaltungsreihe „Petrivisionen“ monatlich immer wieder aufs Neue bewährt und ein vollkommen anderes Erlebnis mit sich bringt als das „Festsitzen“ in einem Theatersessel.
Der Titel „Wandel“ ist natürlich doppeldeutig: Publikum und Mitwirkende wandeln durch die Kirche, zugleich wird das Wandelbare unserer Körper, unserer Existenz und unserer Umwelt in vielen der 17 Einzelszenen mit den Mitteln der jeweils dargebotenen Kunstform untersucht. Am deutlichsten naturgemäß in den Texten, etwa wenn Sigrid Dettlof, L.-Christian Glockzin und Rebecca Indermaur über das Aussterben der Dinosaurier reflektieren: „Sie waren sehr groß und ziemlich anstrengend. Die Welt war froh, als sie weg waren.“
Sensationell sehenswert sind die Tanzszenen (mit Tommaso Balbo, Lukas Bisculm, Kim Tassia Kreipe und Olivia Shoesmith, choreografiert von Shiao Ing Oei in Kostümen von Stephanie Viola Dalski), ebenso wie die Jonglagen. Die erschöpfen sich nicht darin, möglichst viele Bälle in der Luft zu halten, sondern bieten eine zeitgemäße unterhaltsame Performance.
In zwei Solo-Szenen als Tänzerin sticht besonders Cristiana Casadio hervor: Ihre Performances als überlanger Mann im Hoodie und Akrobatin mit Stuhl haben schlicht Weltklasse.
Nach „Cirqles“ 1 im St. Annen-Museum und „Cirqles“ 2 in der Kulturwerft Gollan, beide im Jahr 2018, hat sich der Kreis mit „Cirqles“ 3 nun geschlossen. Die künstlerische Leiterin Sigrid Dettlof hat angekündigt, dass dies ihre letzte große Produktion war. Aber nicht nur deshalb gilt: Hingehen, sehen, hören, staunen!
Weitere Aufführungen von „Cirqles” finden heute, am Freitag, 3. Juli, Sonnabend, 4. Juli, und Sonntag 5. Juli, statt. Informationen und Karten gibt es auf www.combinale.de
Poesie im Kirchenraum
Theater Combinale mit „Cirqles 3 – Wandel“
Poesie im Kirchenraum
Theater Combinale mit „Cirqles 3 – Wandel“Karin Lubowski in den Lübeckischen Blättern vom 1.7.2026
Das Beste kommt zum Schluss. Beim Theater Combinale allemal. Das beschließt mit „Cirqles 3 –Wandel“ die Spielzeit. Und: Das „Wandeltheater“ in und um St. Petri ist die letzte Großproduktion des Combinale-Urgesteins Sigrid Dettlof, die sich nach 45 Jahren allmählich aus ihrem Theater zurückziehen will. Es ist ihr noch einmal ein wirklich großer Wurf gelungen. Combinale-Fans erinnern sich an „Cirqles 1 – Geist“ im Museumsquartier St. Annen und „Cirqles 2 – Zeit“ in der Kulturwerft Gollan, beides 2018. Mit „Wandel“ hat sich nun in der Petrikirche ein beeindruckender Kreis geschlossen. „Gegeben sind 21 internationale Künstler*innen, 273 Bälle, ein Akkordeon, ein Gesangsensemble, Schlagwerk und der leere Raum. Wir erfüllen St. Petri mit Bildern, Klängen und Geschichten, die Zuschauer*innen werden für die Zeit der Performance Teil des Bildes. Manches bleibt unsichtbar, vieles erscheint in einem neuen Licht“, lockt das Combinale-Team. Was sich vollmundig anhört, wird sich als verzaubernd erweisen: Poesie für Augen und Ohren, mit Tanz, Akrobatik, Jonglage, Musik und Texten. Wandel, das ist „Kreiseln, wirbeln, drehen“, wie es in einem der 17 Schritte heißt, die vom Kirchhof an unterschiedliche Orte im Kirchenraum zum Finale führen. Es beginnt draußen mit einem Seiltanz von Ea Paravicini und der begleitenden Installation von Nicolai Paravicini, der mit langen roten Stangen die Geschichte menschlicher zu erzählen vermag. Noch hat man nicht ganz begriffen, dass dieses Kapitel geschlossen ist, ruft es vom Südportal: „Dies ist eine Rettungsmaßnahme.“ Zu hören ist eine Text-Collage nach Peter Lichts „Was hilft“, vorgetragen von Ulli Haussmann, Knut Peters und Sebastian Wirnitzer. Dann geht es in den Innenraum. Ball-Jonglagen, Klänge, Bewegungen empfangen das Publikum, das eingeladen ist, den Mittelpunkt des Raumes zu umrunden.
Cristiana Casadio braucht nicht mehr als einen Stuhl und ein Kapuzenshirt, um sich in ein Laufvogel-ähnliches Fabelwesen zu verwandeln, Brita Rehsöft zeichnet die Bewegungen stimmlich mit. Schon geht es weiter an den „Tanzteppich“, auf dem das Ensemble Critical Mess zeigt, dass eine Jonglage viel mehr sein kann als Bälle in der Luft zu halten, nämlich Erzählkunst ohne Worte. Erzählkunst mit Körpern kredenzt dann auch das Ensemble TanzOrtNord. Sigrid Dettlof, L.-Christian Glockzin und Rebecca Indermaur zelebrieren „Vor dem Weltuntergang“. Musik gibt es von Brita Rehsöft und ihrem Rehsöft-Trio, von Felix Kroll (Akkordeon, Komposition, musikalische Leitung) und Benjamin Lütke (Schlagzeug).
Zirka 80 Minuten geht das Wandeltheater. Das Publikum ist in Bewegung, unruhig wird es nicht dabei. Vielmehr ist es, als sei Schwarmintelligenz hergestellt. Dann das Finale: Zwei Dutzend Beteiligte bauen sich zum Kreis auf und danken für begeisterten Applaus. Natürlich werden sie gefeiert, denn das, was sie ihrem Publikum geboten haben, ist außergewöhnlich: ästhetisch, poetisch, verzaubernd, bewegend, wohlklingend. Am beeindruckendsten ist das Konzept. Für das stehen Sigrid Dettlof und ihr Team.













