• Eine Abendvisite am bundesdeutschen Krankenbett
  • Auf Station

    Warum werden Männer Gynäkologen?

    Mit „Auf Station" hat Robin Detje der „Combinale"-Schauspielerin Sigrid Dettlof ein Stück auf den Leib geschrieben, das ihre Spiellust befeuert und ihr ganzes Talent zur Entfaltung bringt. Der Krankenhausaufenthalt dreier Frauen wird zur Rahmenhandlung für ein kleines deutsches Gesellschaftspanorama. Der heldenhafte Widerstand gegen die Krankenhausbürokratie wird ebenso bunt auf die Bühne getuscht wie das Leben nach dem Platzen der Internet-Spekulationsblase.
    Wo bleibt die Schwester? Warum werden Männer Gynäkologen? Wie sieht der Chefarzt eigentlich nackt aus? Musste der Aktiencrash wirklich sein? Haben wir das Beste schon verpasst? Auf Station werden Lebensfragen gestellt - und garantiert beantwortet.
    In einem Mix aus bitterer Kritik, ironischer Karikatur, mimischer Artistik, aus innigen Tönen und schriller Komik präsentiert Sigrid Dettlof als wunderbar clowneske Sozialhilfeempfängerin Bertha eine Abendvisite am bundesdeutschen Krankenbett. Wie immer trägt die Aktivität der Lachmuskeln entscheidend zur Heilung bei.


    mit Sigrid Dettlof
    Regie/Text: Robin Detje
    Bühnenbild und Ausstattung: Angelika Winter
    Technik: Migo Eichholz
    Von Robin Detje, mit Texten von Sigrid Dettlof



    Pressestimmen

    Sigrid Dettlof ist in ihrem Lieblingselement: 'Plopp' wird der Tropf abgestöpselt und in perfekter Krümelmonstermanier noch ein paar Chips nachgeworfen. "Morgen früh machen sie mir gleich 'ne Darmspiegelung" gibt sie als wunderbar clowneske Sozialhilfeempfängerin preis.
    Dettlof glänzt in den Rollen als junge arbeitslose Webdesignerin ("das Gemeinwesen muss Ballast abwerfen, ich opfere mich"), als Goldschmiedin mit Managergatten und mit Sozialfall Berta vor allem als Komikerin, die letztlich im Krankenhauskeller die Weltverschwörung im Computersystem aufspürt.
    In der Lübecker Uraufführung auf der authentisch klaren Bühne (Angelika Winter) springt sie lustvoll von vulgärem Witz über hysterischer Weinerlichkeit zu betulichem Ernst.
    Die Welt


    Dass es mit dem deutschen Gesundheitswesen rundum nicht zum Besten steht, weiß inzwischen jeder. Wie schlimm die Misere wirklich ist, wissen nur jene, die sich in die Höhle des Löwen begeben: "Auf Station". In der gynäkologischen Abteilung des Lübecker Theaters Combinale diagnostizieren die Schauspielerin Sigrid Dettlof und der Berliner Autor Robin Detje das erbarmungslose Wuchern bösartigen Gewebes im weiblichen Körper und im Gemeinwesen Staat. Zwischen Slapstick und Systemkritik, morbiden Späßchen und sensibler Charakterdarstellung balanciert Sigrid Dettlof in der ihr von Robin Detje auf den Leibinszenierten One-Woman-Show auf einem schmalen Grad. (…) Ein Stück über die Angst vorm Tod und die Kunst, auch dann zu lachen, wenn es weh tut.
    Kieler Nachrichten


    „...da bietet Sigrid Dettlof wiederum eine großartige Leistung.(...) Der Mix aus bitterer Kritik, ironischer Karikatur, mimischer Artistik und schwarzem Humor, aus innigen Tönen und schriller Komik, in hohem Tempo gespielt, macht die Aufführung zu einem Erlebnis zwischen Betroffenheit und kritischem Spaß.“
    Lübeckische Blätter