• Literarisches Kabarett
    Fahrt ohne Schlaf
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    Ein Theaterabend um Erika Mann und die Pfeffermühle in Liedern, Sketchen und Briefen

    Ein Theaterabend um Erika Mann und die Pfeffermühle in Liedern, Sketchen und Briefen.  

    "Von allem, was ich je getan habe, erinnere ich mich am liebsten an die "Pfeffermühle"."
    sagte Erika Mann in einem Interview Anfang der 1960er. Die Pfeffermühle war ein literarisches Kabarett, das E. Mann gründete, um als Künstlerin den Kampf gegen den Nationalsozialismus aufzunehmen. "Wir versuchen, in der leichten Form, die wir uns gewählt haben, die schweren Dinge zu sagen, die heute gesagt werden müssen.." so beschrieb sie ihren Ansatz. Als Lübecker Privatbühne interessiert uns dieser theatrale Ansatz eines Mitglieds der Familie Mann besonders.
    Im Januar 1933 ging der Vorhang für die "Pfeffermühle" zum ersten Mal auf. Erika Mann wurde die erste weibliche Conférencière Deutschlands. Sie sang, schrieb, agierte, engagierte, organisierte und inspirierte. Unterstützt wurde sie bei ihrem Unternehmen vor allem von Therese Giehse und ihrem Bruder Klaus. Ihr literarisches Kabarett kam an. Leicht war es und unterhaltsam, aber es bezog auch eindeutig Stellung gegen die erstarkenden Nazis. Wand an Wand mit dem Hofbräuhaus, in dem Hitler seine faschistischen Kampfreden hielt, feierte Erika Mann Triumphe. Wenige Wochen später wurde sie von den Nazis in die Emigration gezwungen. Doch sie ließ sich nicht stumm machen. Aus dem Ausland klagte die Pfeffermühle laut und deutlich Hitler und die Politik der Nationalsozialisten an.
    Mit Hilfe von Briefen, Glossen, Essays und den erhaltenen "Pfeffermühlen"-Texten von Erika Mann zeichnen wir ein Bild vom Leben dieser ungewöhnlichen Frau, einer Frau, die ihr Leben lang unterwegs war. Wir begleiten sie auf ihrer Reise durch die Jahre von 1932-1945.
    Viele der alten Lieder und Szenen aus der "Pfeffermühle" sind auch heute verblüffend aktuell - gerade in einer Zeit, in der dumpfe Stammtischparolen Einzug halten in so manches Parteiprogramm, und Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und nationales Pathos wieder salonfähig werden.
    Einen "recht guten Abend, so wünscht Ihnen allen, die Pfeffermühle", und das Theater Combinale


    Textzusammenstellung und Dramaturgie: Sigrid Dettlof, Stephanie Kunz und L. Christian Glockzin
    Spieler: Sigrid Dettlof, L. Christian Glockzin
    Regie: Stephanie Kunz
    Assistenz: Katja Clysters
    Bühne: Angelika Winter
    Musikalische Beratung und Arrangements: Jens Ketelsen
    Licht-Design: Migo Eichholz
    Premiere: 31.08. 2002




    Pressestimmen

    Fahrt ohne Schlaf widmet sich mit Originalliedern und -sketchen der Erika Manns politischem Kabarett, der "Pfeffermühle".(..) Scharfzüngig, hellsichtig, klug und humorvoll, manchmal sorgenvoll sind die hervorragend dargebotenen Texte - und erstaunlich zeitlos. Mit zügigigem Tempo arbeitet sich das hervorragend harmonisierend Schauspieler-Duo Dettlof/Glockzin durch ein Programm von ungefähr 80 Minuten. Mit ihrer Mischung aus frechem Biss, charmantem Witz und sensibler Nachdenklichkeit hatten die Beiden das Publikum von Anfang an auf ihrer Seite. Beide können intelligente Komik perfekt umsetzen. "Fahrt ohne Schlaf" ist kein Abend wie andere, er ist viel besser.
    Lübecker Nachrichten


    Zeitgeschichte, in 80 Minuten gekonnt verpackt!
    Kieler Nachrichten


    Unter den vielen erfolgreichen Produktionen des Combinale-Theaters in den nunmehr 20 Jahren seit seiner Gründung ist "Fahrt ohne Schlaf" sicher eine der besten.
    Lübeckische Blätter